Das Projekt WIMACO Beton zeigt, wie selektiver Rückbau und effizientes Recycling eine Wiederverwendungsrate von bis zu 90 Prozent ermöglichen und CO₂-Emissionen senken.
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Bild: Adobe.
Kreislaufwirtschaft im Bauwesen als Schlüssel zur Nachhaltigkeit
Die Bauwirtschaft gehört zu den größten Abfallproduzenten in der EU: 2022 entfielen mehr als ein Drittel des gesamten Abfallaufkommens auf diesen Sektor. Um Ressourcen zu schonen und Emissionen zu reduzieren, sind neue Strategien gefragt. Das Forschungsprojekt WIMACO Beton setzt auf die Wiederverwertung mineralischer Baustoffe, um nachhaltige Bauprozesse zu fördern. Ein Testgebäude in München demonstriert die Potenziale des kreislauforientierten Bauens.
Das Münchner Testgebäude Elementum als Modellprojekt
Das Projekt WIMACO Beton erprobt in München den selektiven Rückbau eines Gebäudes unter realen Bedingungen. Ziel ist es, Baustoffe systematisch zu erfassen und wiederzuverwenden. Die Wiederverwendungsquote soll bis zu 90 Prozent erreichen. Diese Strategie reduziert Abfälle, spart natürliche Ressourcen und senkt die Baukosten erheblich.
Forschung für eine zirkuläre Bauwirtschaft
An der Hochschule München (HM) erforscht ein interdisziplinäres Team die Möglichkeiten des nachhaltigen Rückbaus. Architektur-Doktorandin Daria Stützer und ihre Mentorin, Professorin Natalie Eßig, untersuchen, wie sich Baumaterialien ohne Qualitätsverlust wiederverwenden lassen. Zudem leitet Professorin Andrea Kustermann die wissenschaftliche Begleitung des Projekts an der Fakultät für Bauingenieurwesen.
Ressourcenschonung durch lokale Wiederverwertung
Das Testgebäude Elementum enthält rund 8.000 Tonnen rückbaufähiges Material. Durch lokale Wiederverwertung und kurze Transportwege könnten CO₂-Emissionen um 17,6 Tonnen reduziert werden. Dies zeigt, dass nachhaltiges Bauen nicht nur ökologisch sinnvoll, sondern auch wirtschaftlich vorteilhaft ist.
Förderung und Zukunftsperspektiven
Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderte Projekt läuft bis Februar 2026. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen langfristig in Bauprojekte integriert werden und die Kreislaufwirtschaft im Bauwesen etablieren. |